Die sieben Elemente der Lust
Sex mit allen Sinnen
Element 4: Brücke der Gefühle
Es ist nicht leicht, beim Sex alle Gefühle zuzulassen und sie dem Anderen zu zeigen. Das gilt nicht nur für negativ Besetztes wie Wut, Traurigkeit, Unsicherheit, Ängste, sondern auch für Liebe, Leidenschaft, Anlehnungsbedürfnis und so weiter. Der Grund: Beim Sex ist man sich ohnehin schon körperlich nahe, sodass zusätzliche emotionelle Nähe leicht zu viel werden kann. Dennoch ist diese Nähe absolut lohnend.
Wenn Sie ihn nicht nur in Ihren Körper, sondern auch in Ihre Seele lassen, entsteht tiefste Innigkeit. Manchmal bekommt Sex dann etwas geradezu fantastisch Fließendes. Ihre beider Bewegungen und Aktionen stimmen sich aufeinander ab, Sie öffnen sich ganz selbstverständlich, lassen sich nur von Ihrer Lust leiten. Man erreicht diesen besonderen Zustand, indem man beim Sex über Blicke, Mimik, sich Mitteilen eine "Gefühlsbrücke" herstellt.
Die meisten Menschen tun das nicht: Sie haben vom ersten Kuss bis zum Orgasmus fast ununterbrochen die Augen zu oder blicken am Partner vorbei - sie blenden ihn aus. Das ist keine böse Absicht, sondern eher Selbstschutz: Man könnte ja Dinge sehen, die einem nicht gefallen, etwa den entrückt-glasigen Blick des Partners oder dessen Erstaunen über Ihre Reaktionen.
Daher ist das Schließen der Augen, um Empfindungen auszukosten, absolut okay. Aber um mit dem Partner innig verbunden zu sein, sollte man sie möglichst oft aufmachen. Nicht nur für Blickkontakt oder um ihm ein Lächeln oder eine andere Emotion zu zeigen, sondern auch um ihn und seine Reaktionen besser wahrzunehmen.
Übung
Öffnen Sie Ihre Augen für den Liebsten. Sehen Sie ihm ins Gesicht, während Sie stöhnen, erotische Worte austauschen oder ihn stimulieren. Das kann sich zuerst seltsam anfühlen, Willenskraft kosten, sogar verwirrend sein. Denn die entstehende Intimität kann so intensiv werden, dass man sie kaum noch aushält. Vielleicht ist auch Ihr Partner irritiert, fühlt sich beobachtet oder ähnliches.
Beruhigen Sie ihn dann, bitten Sie ihn, es auch einmal zu versuchen. Erwarten Sie freilich nicht, dass er es sofort erwidert, man muss sich daran gewöhnen. Ein weiterer Pfeiler der Gefühlsbrücke ist Reden während des Aktes. Viele Paare wickeln ihn schweigend ab oder geben nur das Nötigste von sich. Was fehlt, ist der Austausch: Wie fühlt man sich gerade? Was wünsche ich mir? Und wie steht's da beim Anderen? Das müssen weder lange, ablenkende Dialoge sein noch ausgefeilter "Dirty Talk". Schlichte Worte tun's am besten, etwa "das fühlt sich gut an" oder "fass mal hier hin ...".
Extra-Tipp
Vieles kann sogar antörnend sein, wie "schön", "geil", ein schlichtes "fester", wenn Sie's gern fester hätten, oder einfach nur "tiefer", wenn Sie ihn tiefer spüren möchten. Übrigens können auch einfache Fragen anregen, wie etwa ein sinnliches: "Gefällt dir das?"
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