Münchner Stadtlauf
Unser erster Start
Dem Wettkampf entgegen
Sekunden vor dem Startschuss auf dem Münchner Marienplatz: Anja, Christina und Andrea trippeln unruhig auf der Stelle, fassen sich ein letztes Mal an den Händen. In einem Meer aus orangefarbenen Läufern fiebern sie ihrem ersten Wettkampf entgegen. Zehn Kilometer gegen die Zeit, Seite an Seite mit 5.600 anderen Lauf-Fans.
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Die Zuschauer sorgen in der heißen Vormittagssonne für ein Extra-Warm-up, klatschen, lärmen mit Trillerpfeifen und Rasseln, der pulsierende Rhythmus einer Sambaband jagt den Herzschlag bis zum Hals. Anja wirft Christina und Andrea noch ein leicht nervöses Lächeln zu, dann beginnt der Moderator, die letzten Sekunden zu zählen: „... drei, zwei, eins ...“ Der Schuss geht im Lärm fast unter.
Wie eine Druckwelle bewegt sich die Menge der Läufer vorwärts. Dicht an dicht, an engen Wegstellen auch Ellbogen an Ellbogen. Anja fühlt sich von der Starteuphorie wie beflügelt, lässt sich von dem Sog mitreißen: „So viele Menschen, die Musik, Anfeuerungsrufe, das gibt dir richtig Schub!“ Doch schon nach 1,5 Kilometer gerät die sportliche Ärztin ins Schnaufen.
Ich bin zu schnell, denkt sie beim Blick auf ihre Pulsuhr und drosselt das Tempo. Atmet drei Schritte ein, drei Schritte aus. Während sie links und rechts überholt wird, bemüht sie sich, ihren eigenen Rhythmus zu finden, die anderen Läufer für einen Moment auszublenden.
CHRISTIAN KASPER, Stefan Eisend
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