Heute im Fitness-Studio
Liebe Sportsfreunde...
Über das Verhalten von Menschen im Fitness-Studio ließe sich viel Wundersames berichten. Zum Beispiel, wie sie sich ehrgeizig um einen Parkplatz direkt neben dem Eingang bemühen, um dann möglichst schnell am Laufband loslegen zu können. Am unverständlichsten aber ist für mich das mangelnde Modebewusstsein vieler Sportskanonen. Nicht dass ich mir bisher groß Gedanken gemacht hätte, wie der durchschnittliche Besucher eines Fitness-Studios auszusehen habe, aber als ich heute zum ersten Mal den Geräteraum eines solchen Etablissements betrat, wusste ich: so jedenfalls nicht!
Muskulöse Männerkörper im modischen Markensportanzug und durchtrainierte Powerfrauen in stylishen Outfits hätte ich erwartet. Die gibt es hier zwar auch, aber schnell wird klar: Größtenteils regiert das Mittelmaß - mittelschlanke Menschen mittleren Alters bevölkern Butterfly, Expander und Laufband. Dagegen ist nichts einzuwenden, denn es macht ja durchaus Sinn, wenn gerade solche Leute versuchen, sich fit zu halten. Was aber ganz und gar nicht rekordverdächtig ist, sind die modischen Entgleisungen am laufenden Meter.
Liebe Sportsfreunde: Wer hat euch gesagt, es sähe gut aus, mit kurzen Hosen (mit Vorliebe bis über den Bauchnabel gezogen) rumzulaufen? Besonders, wenn darunter blasse, behaarte Stelzenbeine zum Vorschein kommen, ist das kein schöner Anblick. Ich bin der Meinung, kurze Hosen sollten von Vertretern des männlichen Geschlechts ab zwölf Jahren aufwärts generell gemieden werden - es sei denn, sie heißen Markus Schenkenberg.
Aber auch viele Frauen geraten bei der Wahl des richtigen Sport-Outfits gerne mal aus dem Tritt. Zugegebenermaßen - die Leggins hat in diesem Jahr die Mode zurückerobert und kann zusammen mit einem Hängekleid süß aussehen. Doch wer keine 14 Jahre mehr jung ist oder Modelmaße à la Heidi Klum besitzt, sollte im Fitness-Studio auf die beliebte Kombi aus Leggins und bauchfreiem Top besser verzichten. Denn im ungnädigen Neonlicht der Sporthalle kommt der Reiterspeck erst so richtig gut zur Geltung.
So verlasse ich nach einer Stunde nicht nur etwas atem-, sondern auch ratlos den Fitness-Club und frage mich, was Menschen zu solch unvorteilhafter Bekleidung bewegt. Wäre es denn nicht sinnvoll, bereits während des Work-outs optisch optimal durchzustarten, statt erst hinterher eine gute Figur zu machen?
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