Frauen sind anders. Männer sowieso
"Wir verstehen uns ohne Worte, da wir uns lieben, können wir spüren, was der andere will." Traumhafte Harmonie? Im Gegenteil: Das ist der blödsinnigste aller Sexirrtümer. Menschen sind verschieden, beim Sex sowieso, Frauen sind anders als Männer und bei den meisten Leuten ändern sich die Vorlieben auch mit den Jahren. Wer denkt, er muss nicht reden, sondern kann den Dingen einfach ihren Lauf lassen, der beschneidet zwei Menschen den Spaß: dem Partner und sich selbst. "Paare, die auch nach Jahren noch tollen Sex haben, zeichnet eines besonders aus: Sie reden offen und locker über alles Sexuelle", weiß Beatrice Poschenrieder, "und damit meine ich auch unangenehme, peinliche und kritische Themen." Ob man das kann, hat auch viel damit zu tun, wie der Partner reagiert. Wenn der eine sagt, "Du riechst heute echt nicht so toll", "Dieses Busengefummel bringt mir nichts" und "Ich würde es gern mal anal probieren", dann sollte der Andere nicht pikiert reagieren. Es kann jedem passieren, dass er mal sein Deo vergisst, unkonzentriert ist - aber nur wer weiß, woran es hapert, kann es auch ändern. Und was für Kritik gilt, muss auch für Wünsche gelten. Denn oft wagt man nicht, zu sagen, was man gern hätte - schon gar nicht mitten im Akt, obwohl einem, wenn man in Fahrt ist, oft die besten Ideen kommen. Hemmungen sind schuld, Angst vor Ablehnung oder der Gedanke: Wenn ich ihm jetzt sage, er soll dies und das machen, und er tut's, dann muss ich aber in gehörige Ekstase geraten, sonst ist er enttäuscht ... Streichen Sie diese Bedenken: Wenn es einen kleinen Kunstgriff gäbe, der ihn ruck, zuck in den siebten Himmel schießt, dann wüssten Sie doch gern davon, oder? Sehen Sie, und ihm geht's da genauso.
Tipp
Vieles können Sie nonverbal ausdrücken, etwa indem Sie ihn führen. Nutzen Sie seine Hand wie Ihre, es wird ihn nicht stören. Schon aus Neugier nicht. Oder Sie zeigen's ihm anschaulich, zum Beispiel beim TV-Kuscheln, während Sie ihn zart streicheln: "Mein Lustzentrum mag es auch so sanft!" Wetten, dass er das gleich testet ...? Es geht auch indirekt: "Weißt du, was ich neulich entdeckt habe? Meine Arme sind erogen." Selbst wenn er sonst nie zuhört - das wird er sich merken. Oder Sie schreiben's ihm per E-Mail, SMS, Briefchen: "Es könnte mir gefallen, wenn du beim Züngeln noch einen Finger in mich eintunkst." Nur wenn er im Bett etwas macht, was Ihnen total gegen den Strich geht, müssen Sie sofort reagieren. Wenn möglich nicht mit "Verdammt, lass das!", sondern positiv: "Das fühlt sich viel schöner an, wenn du ..."
Übung für Fortgeschrittene
Entwerfen und notieren Sie ein Sex-Szenario, das Sie gern erleben würden. Nicht zu knapp, etwa eine DIN-A4-Seite - Sie sollen's ihm dann nämlich vorlesen.
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