Detox auf indische Art
Ayurveda in Kerala
Damit hätte ich nun wirklich nicht gerechnet! Meine Hamburger Heilpraktikerin hat mir „verordnet“, um die halbe Welt zu fliegen, damit ich dank Ayurveda wieder zu innerer Balance finde, meine vielen, kleinen Wehwehchen und Verspannungen in den Griff bekomme.
Die Inder praktizieren diese Heilkunst schon seit 5.000 Jahren, also soll ich dahin, wo die Wurzeln der Gesundheitslehre liegen: nach Kerala. Reisesüchtig, wie ich bin, lasse ich mich schnell begeistern, zwei Wochen Urlaub zu opfern, um in zwei verschiedenen Ayurveda-Zentren auszuprobieren, ob die „Lehre vom langen Leben“ auch mir hilft.
Und damit meine Abenteuerlust nicht zu kurz kommt, buche ich noch einen Hausboot-Trip auf den Backwaters dazu – und schon eine Woche später sitze ich im Flieger.
Auf der rasanten Autofahrt vom Flughafen in Cochin ins 105 km südlich gelegene Kollengode sehe ich Szenen wie aus einem Bollywoodfilm: Mal steht mitten auf der Straße ein Elefant, dann wieder ziehen beladene Ochsenkarren an mir vorbei und Mädchen in farbenprächtigen Saris schlängeln sich auf ihren Mofas durch den Verkehr.
Alles ist laut und bunt – genauso, wie ich mir Indien vorgestellt habe. Dabei sehne ich mich nach 12 Stunden Flug nur nach Entspannung, und bin erleichtert, als der Fahrer endlich vor einem schneeweißen Anwesen stoppt, hinter dem sich sanft die Kerala Mountains gen Himmel strecken.
Lioba Schneider
Dieser Artikel hat 6 Seiten. Lesen Sie auch ...
- Seite 2: „Mein Körper soll von allen äußeren Einflüssen gereinigt werden“
- Seite 3: „Du lernst schnell, das ist wahre Meditation.“
- Seite 4: „Ayurveda sieht den ganzen Menschen, nicht nur Teile davon“
- Seite 5: „Die nächsten Tage werde ich rundum mit leckerem Essen verwöhnt“
- Seite 6: „Meerbäder sind laut Ayurveda tabu“
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