Lebensmittel: Gluten-Allergie
Allergisch gegen Gluten?
80 bis 90 Prozent aller Menschen mit Zöliakie wissen nichts von ihrer Krankheit. Eine schnelle und eindeutige Diagnose ist vor allem im Erwachsenenalter aufgrund der uneindeutigen Symptome eher selten. Nur etwa die Hälfte der Erkrankten leidet an Durchfall oder Gewichtsverlust. Viele klagen über Erschöpfung, Migräne oder Zyklusstörungen, kein Wunder also, dass man dem Grund für die Beschwerden oft erst Jahre später auf die Spur kommt.
Allerdings reagieren sowohl Ärzte als auch Betroffene mittlerweile sensibler auf Zöliakie, zudem hat sich die Diagnostik verbessert. Das ist mit ein Grund für die steigenden Zahlen der Glutenunverträglichkeit. „Wer früher mit einem Reizdarm nach Hause geschickt wurde, kann heute viel gezielter untersucht werden“, erklärt Anett Ebock. Wenn man vermutet, darunter zu leiden, sollte man einen Arzt aufsuchen und sich gründlich durchchecken lassen.
Vorsicht vor verstecktem Gluten
Ist die Zöliakie durch eine Blutuntersuchung und eine Biopsie des Dünndarms festgestellt, erfordert die Krankheit einen schnellen und harten Cut: Mit einem Mal muss Schluss sein mit Brot, Kuchen und Pasta! Zöliakie kann nicht geheilt werden: Die einzige Chance, beschwerdefrei zu leben und den Körper wieder ins Gleichgewicht zu bringen, ist der permanente Verzicht auf glutenhaltige Produkte – und das ein Leben lang.
Gar nicht so leicht, denn Gluten ist nicht nur in vielen Getreidesorten wie Weizen, Roggen, Dinkel und Hafer enthalten, sondern auch in allen Produkten, in denen diese weiterverarbeitet werden. Noch komplizierter wird es, weil Gluten oft da versteckt ist, wo man es nicht unbedingt erwartet: In der Tütensuppe, im Ketchup oder Fruchtjoghurt, in dem es zum Beispiel als (Weizen-)Stärke, die den Fruchtzusatz bindet, vertreten sein kann.
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