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Adoption: Was meint ihr dazu?
Könnten Ihr euch vorstellen ein Kind zu adoptieren oder ist jemand von euch selbst adoptiert worden? Welche Gefahren seht Ihr? Wieso würdet Ihr es tun oder lassen?
Dieser Beitrag wurde bisher 1 Mal bearbeitet, zuletzt am 04.08.09 um 8:11 von luisejoeken
Re: Adoption: Was meint ihr dazu?
aus meinem bekanntenkreis weiß ich da ne ganz interessante geschichte zu berichten. und zwar hatte ein pärchen vor vielen jahren ein baby adoptiert. die beiden kommen beide aus gutem haus, haben gute jobs. das kind wurde noch als säugling seinen leiblichen eltern weggenommen. sie waren wohl alkoholiker, jedenfalls nicht in der lage sich anständig um das kind zu kümmern.
das kind ist heute um die 14, kämpft sich mit viel mühe und nachhilfeunterricht durch die hauptschule. die freunde kommen alle aus kreisen die eher denen der leiblichen eltern, als denen der pflegeeltern entsprechen. kann das alles zufall sein oder ist der genetische ursprung doch so entscheidend für die weitere entwicklung eines menschen?
das kind ist heute um die 14, kämpft sich mit viel mühe und nachhilfeunterricht durch die hauptschule. die freunde kommen alle aus kreisen die eher denen der leiblichen eltern, als denen der pflegeeltern entsprechen. kann das alles zufall sein oder ist der genetische ursprung doch so entscheidend für die weitere entwicklung eines menschen?
Re: Adoption: Was meint ihr dazu?
Hmm, einen ähnlichen Fall kenne ich auch. Aber das Kind war bei der Adoption bereits 5 Jahre alt. Da gab es bereits viel Prägung durch die leiblichen Eltern. Insgesamt kam das Kind in eine Familie mit 3 weiteren leiblichen Kindern. Eigentlich gute Voraussetzungen, oder?
Auf der anderen Seite kenne ich auch Familien mit dem gleichen Kontrast zwischen sozialem Umfeld der Familie und des Sprösslings. In solchen Fällen spricht man ja gerne von Fehlern der Eltern. Es ist bei Adoptionen natürlich einfacher eigene Fehler zu ignorieren und alles auf die Genetik zu schieben.
Soziales Umfeld und Genetik haben sicher beide einen Einfluss auf die Entwicklung der Kinder. Was in diesem Fall entscheidender ist?... Ich weiss es auch nicht.
@felixmuffin: Weiss das Kind in deinem Fall, dass es adoptiert ist? Kennt es seine leiblichen Eltern?
Auf der anderen Seite kenne ich auch Familien mit dem gleichen Kontrast zwischen sozialem Umfeld der Familie und des Sprösslings. In solchen Fällen spricht man ja gerne von Fehlern der Eltern. Es ist bei Adoptionen natürlich einfacher eigene Fehler zu ignorieren und alles auf die Genetik zu schieben.
Soziales Umfeld und Genetik haben sicher beide einen Einfluss auf die Entwicklung der Kinder. Was in diesem Fall entscheidender ist?... Ich weiss es auch nicht.
@felixmuffin: Weiss das Kind in deinem Fall, dass es adoptiert ist? Kennt es seine leiblichen Eltern?
Re: Adoption: Was meint ihr dazu?
ja, das kind weiß, dass es adoptiert wurde. zu den leiblichen eltern hat es aber wohl keinen kontakt.
interessant finde ich so einen fall aber schon. wenn die genetischen voraussetzungen so entscheidend sind, könnte das ja letztlich bedeuten, dass die fehlenden aufstiegschancen der niederen schichten gar nicht zwangsläufig was mit unserem bildungssystem zu tun haben müssen, sondern vielleicht ganz einfach ein hausgemachtes problem sind.
Re: Adoption: Was meint ihr dazu?
Wenn ich oder mein Mann unfruchtbar wären dann würde ich mich wohl um Adoption bemühen.
Gefahren find eich zu übertrieben ausgedrückt... man muß eben damit rechnen, daß das Kind früher oder später nach den echten Eltern suchen will und darf sich dann dadurch nicht verletzt fühlen.
Gefahren find eich zu übertrieben ausgedrückt... man muß eben damit rechnen, daß das Kind früher oder später nach den echten Eltern suchen will und darf sich dann dadurch nicht verletzt fühlen.
Re: Adoption: Was meint ihr dazu?
Ganz so einfach ist es sicher nicht. Gewisse geistige Fähigkeiten und andere Talente werden sicher vererbt. Aber beides kann auch verkümmern, wenn es nicht gefördert wird. Und das kann eine harmonische Familie und ein gutes Bildungssystem leisten. Wenn es in der Familie nicht stimmt, kann das Bildungssystem auch nicht alles ausgleichen.
Damit sind wir wieder bei Adoptionen. Wenn ein adoptiertes Kind in eine harmonische Familie (das muss nicht "reich" oder "super-gebildet" heissen) kommt, anstatt in einer zerrütteten Säuferfamilie aufzuwachsen, sind die Chancen sicher grösser.
Eine Gefahr ist sicher, dass die Adoptiveltern unbewusst mehr Dankbarkeit erwarten, als von eigenen Kindern. Ein Adoptivkind ist aber ein ganz normales Familienmitglied. Und wenn es sich anders entwickelt als erwartet, kann das zu Problemen führen. Wie Annie aber schon richtig sagt, man soll's mit den "Gefahren" auch nicht übertreiben. Eigene Kinder können sich auch ganz anders entwickeln, als gewünscht.
Re: Adoption: Was meint ihr dazu?
ich muss ja gestehen, dass ich persönlich schwierigkeiten mit einem adoptierten kind hätte. damit keine missverständnisse entstehe: ich kann die menschen und ihre motive durchaus verstehen, aber ich perönlich hätte glaube ich schwierigkeiten das kind so anzunehmen!.
wenn ich mir dann auch noch vorstelle, dass es sich ganz anderen kreisen als ich zugehörig fühlen würde, könnte das das problem auch noch verstärken.
das will ich nicht hoffen annie oder möchtest du ein geständis ablegen?
wenn ich mir dann auch noch vorstelle, dass es sich ganz anderen kreisen als ich zugehörig fühlen würde, könnte das das problem auch noch verstärken.
das will ich nicht hoffen annie oder möchtest du ein geständis ablegen?
Re: Adoption: Was meint ihr dazu?
Konjunktiv Felix.... schlag das mal nach ^^
btw... wieso müsste jemand der unfruchtbar ist das "gestehen", das ist doch keine Schande oder etwas selbstverschuldetes oO
btw... wieso müsste jemand der unfruchtbar ist das "gestehen", das ist doch keine Schande oder etwas selbstverschuldetes oO
Re: Adoption: Was meint ihr dazu?
ich war nur in sorge um dich und evtl. auch um unsere gemeinsame zukunft. was nutzt uns freie liebe, wenn wir dabei zu keinem ergebnis kämen?
Re: Adoption: Was meint ihr dazu?
Nun Felix, unsere gemeinsame Liebe ist so stark, wie könnte es möglich sein, daß uns das Leben da einen Nachkommen verwehrt ^^
Re: Adoption: Was meint ihr dazu?
hoffentlich hast du recht. dank freier liebe haben wir im zweifel ja auch noch weitere versuche und kandidaten!
Re: Adoption: Was meint ihr dazu?
Ich kenn leider auch einen Fall, der so verlief, wie Felixmuffin ihn geschildert hat. Nur glaube ich, dass der vater seinen adoptieren Sohn immer unbewusst anders behandelte als die leibliche Tochter. Die ging auch aufs Gymnasium, studierte brav und war recht problemlos. Der Sohn dagegen hatte konstant mit privaten und beruflichen Problemen zu kämpfen. Am Ende sind aber wohl doch wieder einmal die Eltern Schuld ... und das unbewusst. Sehr schwierig.
ich verstehe den Wunsch nach Adoption und würde es auch tun. Aber, ob es für die Kinder das beste ist?
ich verstehe den Wunsch nach Adoption und würde es auch tun. Aber, ob es für die Kinder das beste ist?
Re: Adoption: Was meint ihr dazu?
Einem verwaisten Kind ein Zuhause und Geborgenheit geben, kann in den meisten Fällen nur besser sein.
Ich denke auch, das adoptierte Schicksal oft genauer beäugt werden und schon allein deshalb die "untalentierten Querschläger, die doch alle Möglichkeiten gehabt hätten" besonders auffallen. Mit Verallgemeinerungen würde ich da sehr vorsichtig sein.
Ich denke auch, das adoptierte Schicksal oft genauer beäugt werden und schon allein deshalb die "untalentierten Querschläger, die doch alle Möglichkeiten gehabt hätten" besonders auffallen. Mit Verallgemeinerungen würde ich da sehr vorsichtig sein.
Re: Adoption: Was meint ihr dazu?
Das glaube ich ohnehin!
Zu Claudia: Schwierig zu beurteilen, in wie fern leibliche Kinder anders behandelt werden. Wir reden hier natürlich immer von Einzelfällen. Ich weiß auch nicht in wie fern es statistische Erhebungen gibt, ob sich Adoptivkinder im späteren Leben häufig in Kreisen bewegen aus denen ihre leiblichen Eltern stammen. Es wäre interessant!
Zu Melanie: Dass es den Kindern in einer Pflegefamilie wohl besser als in einem Heim geht, ist natürlich ein Totschlagargument. Vor einiger Zeit habe ich in der Frankfurter Rundschau einen Kommentar gelesen. Darin wurden damit auch die ganzen Promiadoptionen verteidigt. Ich weiß aber nicht, ob diese Argumentation tatsächlich zielführend ist. Immerhin geht es nicht nur um die materiellen Verhältnisse in denen Kinder aufwachsen, sondern auch um die Lebensqualität der Pflegeeltern!
Re: Adoption: Was meint ihr dazu?
Ein weiteres Problem der Adoptionsgeschichten ist ja auch, dass in vielen Ländern die Kinder zur Adoption frei gegeben werden, die gar keine Waisen sind - siehe Madonna. Bekannte von mir wollten ein Kind aus Äthiopien adoptieren. Das Kind haben sie für viel Geld bekommen - es ist herzallerliebst - aber eines kann man am Aussehen sicher machen - aus Äthiopien ist es nicht. Eher aus einem anderen afrikanischen Land. Was ja egal ist - aber das bedeutet ja auch, dass dort möglicher/wahrscheinlicher Weise Handel getrieben wird.
Re: Adoption: Was meint ihr dazu?
um ehrlich zu sein, ekelt es mich ziemlich an, zu sehen wie adoptierte kinder zu einer art modeerscheinung bei promis werden. passend zum chihuahua schleppt man dann noch ein kind mit sich rum. um zu zeigen was für ein gutmensch man ist, muss es natürlich auch noch aus afrika kommen! dazu eine rührseelige geschichte, wie man es abgemagert mit pocken aus einem waisenhaus gerettet hat, die mutter is an aids gestorben. kotz!
Re: Adoption: Was meint ihr dazu?
@ luisejoeken Bitte mal genau hinschauen, ich habe nicht von Pflegefamilien geredet (finde ich eh ein fragwürdiges Konzept) und schon gar nicht von diesem Promiadoptionen (sehe ich ähnlich wie bill), sondern von Adoptivfamilien und dem hiesigen Adoptionsverfahren. Ich verallgemeinere hier auf gar keinen Fall, sondern habe mich nur auf kinderlose Eltern bezoge, die sich aber Nachwuchs wünschen und einem Kind ein wirkliches Zuhause geben möchten. nicht mehr und nicht weniger.
Re: Adoption: Was meint ihr dazu?
ich kann den wunsch nach einer adoption nachvollziehen ? und wenn es dem kind bei seinen adoptiveltern besser geht, als zuvor, warum nicht? wenn man das kind sich hingegen "erkauft" oder den richtigen eltern wegnimmt, finde ich das nicht in ordnung.
Re: Adoption: Was meint ihr dazu?
die frage ist natürlich schon, ob es dem kind nutzt, wenn die eltern mit ihrer adoption total unglücklich sind, weil sich das kind von seinen eltern total wegentwickelt.
ich weiß nicht wie häufig so was passiert. aber sowas kann den sinn der adoption natürlich schon in frage stellen!
ich weiß nicht wie häufig so was passiert. aber sowas kann den sinn der adoption natürlich schon in frage stellen!
Re: Adoption: Was meint ihr dazu?
Diese Frage muss ich aber dann in jeder Familie stellen. Ich kenne so viele Familien mit Spannungen, weil z.B. der Arztsohn nicht Medizin studieren will, oder die Kinder einen anderen Freundeskreis annehmen.
Wenn man Adoptionen (ich meine jetzt auch die "normalen" und nicht die fadenscheinigen oder illegalen) in Frage stellt, dann muss man auch für "normale" Familien einen Familienführerschein mit regelmässiger Nachprüfung einführen. Man hat doch nie eine Garantie. Dann kommen noch Patchworkfamilien, Familien mit einem neuen Partner... Da gibt es massenhaft Konzepte. Alle haben Risiken. Aber die meisten gehen auch irgendwie gut. Deswegen würde ich hier einen Vertrauensvorschuss in die Familie geben. Ein bisschen Selbstkritik der Eltern gehört natürlich auch dazu.
Re: Adoption: Was meint ihr dazu?
Natürlich können auch leibliche Kinder ihren Eltern entgleiten. Aber wir sind ja jetzt davon ausgegangen, dass das Risiko bei Adoptivkindern größer ist, weil sie eben unter Umständen aus anderen Kreisen stammen.
Re: Adoption: Was meint ihr dazu?
Was schlägst Du vor? Erst die Familie der potenziellen Adoptivkinder genau unter die Lupe nehmen? Wie will man unterscheiden, ob z.B. ein Säufer ein genetischer Säufer ist, oder durch gesellschaftliche Randbedingungen da hin kam? Ein Restrisiko bleibt immer.
Bei eigenen Kindern hat man auch ein Risiko, dass der genetische Mix beider Partner etwas total anders geartetes ergibt. Ich weiss nicht, ob das Risiko wirklich bei Adoptionen höher ist. Und dann frage ich mich, ob es z.B. für eine Arztfamile wirklich so schlimm ist, ein Kind mit Hauptschulabschluss zu haben. Man muss jedes Kind doch so annehmen, wie es ist und in seinen Möglichkeiten fördern. Wenn es eine Behinderung hat, kann ich es ja auch nicht einfach so zurück geben. Und genau das muss ich mir als Eltern und besonders als Adoptiveltern vorher überlegen.










